Patronat: der Krankenschwestern
Die im 4. Jahrhundert in Rom geborene Fabiola stammte aus dem adligen Geschlecht der Fabier. Von ihrem ersten Ehemann, mit dem sie in ihrer Jugend standesgemäß verheiratet worden war, ließ sie sich aufgrund seines liederlichen Lebenswandels scheiden und wurde daraufhin aus der christlichen Gemeinde Roms ausgeschlossen. Gegen die kirchlichen Vorschriften ging sie eine zweite Ehe ein, doch auch hier war ihr kein Glück beschieden, denn sie wurde bald Witwe. Fabiola, die darin eine Bestrafung Gottes zu erkennen glaubte, leistete daraufhin eine sehr strenge öffentliche Buße – die Legende berichtet, dass sie in ihrem Büßergewand so lange demütig vor den Kirchentoren ausharrte, bis sie ihre Wiederaufnahme in die Kirchengemeinde erreichte. Von da an setzte sie ihr großes Vermögen zur Unterstützung von Bedürftigen, Armen und Kranken, aber auch von Geistlichen und gottgeweihten Jungfrauen ein und beschäftigte sich mit dem Studium der Heiligen Schrift. Auf einer Pilgerfahrt ins Heilige Land im Jahre 394 begegnete sie dem Heiligen Hieronymus (um 347–419) und verbrachte einige Zeit in dem von der Heiligen Paula (347–404) gegründeten Frauenkloster. Der Einfall der Hunnen und innerkirchliche Querelen erzwangen ihre Rückkehr nach Rom, wo sie gemeinsam mit dem Senator Pammachius (einem verwitweten Schwiegersohn der Heiligen Paula, der sich nach dem Tode seiner Frau ebenfalls der Kirche zugewandt hatte) das erste Pilgerhospital gründete. Es ist überliefert, dass sie selbst aufopfernd die Kranken pflegte. Von ihrem regen theologischen Schriftwechsel mit Hieronymus (um 342–420; Kirchenvater; Heiliger) sind uns zwei Briefe erhalten. Der berühmte, nach ihrem Tod im Dezember 399 verfasste Nachruf von Hieronymus unterstrich Fabiolas Nächstenliebe und ihr karitatives Wirken. Ihrem Begräbnis sollen alle Armen der Stadt Rom beigewohnt haben.
Darstellung: betend, im Büßergewand mit rotem Schleier, im Profil nach links gewandt

Quelle: Herder-Verlag
