Der Josefsaltar, himmlischer Vater und irdischer Ziehvater

Der Josefsaltar, himmlischer Vater und irdischer Ziehvater


Josef mit Jesus vor dem Haus der Heiligen Familie
Man sieht Josef und den jungen Jesus im Hof vor ihrem Wohnhaus, das der Kirche von Loreto in Italien nachempfunden ist, wohin der Legende nach das Haus der Heiligen Familie von Engeln getragen worden sein soll. Josef weist seinen Ziehsohn  in das Zimmermannshandwerk ein und Jesus scheint ein gelehriger Lehrling zu sein. Die Szene unterstreicht das vollkommene Sich-Einlassen Gottes auf die menschliche Natur. In seinem Sohn will er keine Sonderstellung unter den Menschen einnehmen, sondern ganz uns gleich sein. Allerdings betont das Bild des väterlichen Schöpfergottes über Josef und Jesus gleichzeitig die göttliche Natur des Kindes.
 
Dem Josefsaltar kommt in den Kartagen noch eine weitere Funktion zu: Nach dem Gründonnerstagsamt wird der Hostienkelch vom Altar hierher übertragen und in der Nische mit dem Altarkreuz, die dann als Tabernakel dient, zur Anbetung ausgesetzt. Außerdem beherbergt der  Altartisch das Heilige Grab, in dem die Figur des toten Jesus liegt. Am Karfreitag wird das Frontteil abgenommen, womit das Grab bis Karsamstag sichtbar wird.
 
Vor dem Josefsaltar liegt das Buch des Lebens unserer Pfarrgemeinde, in dem über das Jahr hinweg die Namen der Verstorbenen eingetragen werden. Passend hierzu wird der Altar bekrönt von der lateinischen Bitte „St. Joseph ora pro nobis“ – Heiliger Josef, bitte für uns.